Start Wissenswertes Wissenschaft und Forschung Eine wichtige Entscheidung steht an? Erst einmal eine Nacht darüber träumen
Eine wichtige Entscheidung steht an? Erst einmal eine Nacht darüber träumen
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Wenn Menschen in der westlichen Welt eine wichtige Entscheidung zu treffen haben, pflegen sie erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen, um so einen klaren Kopf zu bekommen. Muslime in aller Welt hingegen ziehen es vor, eine Nacht darüber zu träumen. Britische Anthropologen haben kürzlich Muslime aus Großbritannien, den USA, Europa und Pakistan interviewt und dabei herausgefunden, dass sie vor allem bei gewichtigen Entscheidungen, etwa in puncto Heirat oder Karrierefragen, gern die sogenannteIstikhara heranziehen - das muslimische Bittgebet zur Entscheidungsfindung.

Wie funktioniert die Istikhara? Ihre Ausführung variiert leicht von Region zu Region. Normalerweise wird sie von einem Familienmitglied erlernt. Ihr Hauptbestandteil sind zwei aufeinanderfolgende Gebete, die vor dem Zubettgehen verrichtet werden. Darin konzentriert sich der (oder die) Betende auf die Fragestellung, für die er sich eine Antwort erhofft. Dann legt er sich zum Schlafen auf die rechte Seite und nimmt sich fest vor, seine Frage auch während des Schlafs nicht aus den Augen zu verlieren. Am nächsten Morgen versucht er dann, sich an den Traum der Nacht zu erinnern, und ihn im Hinblick auf seine Entscheidung zu deuten. In anderen Varianten wird diese Prozedur sogar sieben Nächte lang wiederholt.

Bei der Deutung der Träume spielen in erster Linie Symbole und Farben eine Rolle. Im Islam sind die Farben weiß und grün positiv besetzt. Tauchen sie im Traum auf, so lautet die Antwort auf die Frage: Ja. Schwarz, gelb oder rot hingegen werden, wenn sie Menschen oder Objekten anhaften, als ein Nein interpretiert. Hat der Betende auf diesem Wege eine Antwort auf seine Frage erhalten, so gilt sie ihm als bindend, weil Gott sie ihm eingegeben hat. Einer der Forscher bezeichnet die Istikhara als die spirituelle Version des Eine-Nacht-darüber-Schlafens.

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