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Grabsteine beziffern den Grad der Luftverschmutzung |
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Aktuellen Forschungsberichten zufolge geben uns Grabsteine Auskunft über den Grad der Luftverschmutzung vergangener Jahrzehnte. Im Rahmen einer Studie einer amerikanischen Universität, bei der rund 15.000 Grabsteine auf 700 amerikanischen Friedhöfen näher unter die Lupe genommen wurden, zeigte sich, dass die heutige Umweltverschmutzung und saurer Regen ältere Grabsteine nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, zerstört haben. Der unterschiedlich starke Verfall der Steine dokumentierte vielmehr: Die Luftverschmutzung in den Großstädten erreichte bereits in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Infolge verschärfter Umweltbestimmungen und der Verlagerung von Industriebetrieben nimmt sie seit dem zweiten Weltkrieg kontinuierlich ab. Historische Aufzeichnungen belegen, dass städtische Haushalte und Industrie vor 60 bis 70 Jahren große Mengen an Kohle verfeuerten. Grabsteine in ländlichen Regionen sind daher besser erhalten als jene auf Friedhöfen in Großstädten.
Für die Forschungen wurde die Dicke der Grabsteine am zumeist geschützteren Sockel mit Stellen weiter oben am Stein verglichen und der Grad der Verwitterung berechnet. Auch die Lesbarkeit der Inschriften gab Aufschluss über den Verfall der Steine. Da sich alle Grabsteine anhand des eingravierten Sterbedatums genau datieren ließen, ist es ohne weiteres möglich, die Umweltbedingungen verschiedener Jahre exakt zu vergleichen.
Neben historischen Erkenntnissen liefert die Studie auch wertvolle Hinweise für Denkmalschutz und Bausanierung.
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