Start Wissenswertes Wissenschaft und Forschung Rosenblätter und der Anti-Lotus-Effekt
Rosenblätter und der Anti-Lotus-Effekt
( 1 Vote )


Als Lotuseffekt bezeichnet man den Effekt, dass Wasser in Tropfen von einer Oberfläche abperlt und dabei auch alle Schmutzpartikel auf der Oberfläche mitnimmt. Dieser Effekt kann in der Natur bei der Lotuspflanze beobachtet werden, und er wird künstlich imitiert, um zum Beispiel selbstreinigende Glasfassaden herzustellen. Chinesische Forscher haben nun herausgefunden, dass es auch so etwas wie einen Anti-Lotus-Effekt gibt. Rosenblätter nämlich haben augenscheinlich die besondere Eigenschaft, Wasser extrem anzuziehen.

Bei der Analyse der Oberfläche von Rosenblättern entdeckten die Forscher Erhebungen von ca. 7 Tausendstel Millimetern mit einem Durchmesser von ca. 16 Tausendstel Millimetern. Über jeden dieser winzigen Knubbel wiederum spannt sich ein Relief, bestehend aus feinsten Falten und Rillen. In dieser Struktur können sich anscheinend besonders gut Kräfte aufbauen, die Wasser stark binden. Die Blätter jedenfalls ziehen Feuchtigkeit so sehr an, dass Tropfen sogar dann haften bleiben, wenn das Blatt umgedreht wird.

In Experimenten fertigten die Wissenschaftler den Abdruck eines Rosenblatts an und stellten eine entsprechende Oberfläche künstlich her. Diese ‚Negativ-Form‘ diente ihnen dann als Prägestempel, um die Rosenblattstruktur auf einen dünnen Film aus Polystyrol zu übertragen. Genau wie das gewachsene Blatt bildete der bionische Werkstoff so stark bindende Kräfte aus, dass Wassertropfen selbst auf umgedrehten Oberflächen stabil haften blieben. Von dem auf diese Weise entstandenen Material mit Anti-Lotus-Effekt verspricht man sich, dass es gewinnbringend in der Biotechnologie eingesetzt werden kann, etwa bei der Säuberung von Oberflächen. Für eine wirtschaftliche und zugleich umweltfreundliche Massenproduktion wird vorgeschlagen, mit Hilfe von Rosenblättern robuste Formen herzustellen, deren Mikrostruktur dann auf eine Vielzahl von Kunststoffen aufgeprägt werden können.

Die perfekte Ordnung in der Natur bietet dem technologischen Fortschritt vielfältige Möglichkeiten. Das macht auch dieses Beispiel wieder deutlich. Im Grunde genommen brauchen die Forscher nur nach der Weisheit in der Schöpfung zu suchen.
 

Joomla "wookie mp3 player 1.0 plugin" by Sebastian Unterberg
 
 

INID-Autoren

Gastautoren









 

Rechtlicher Hinweis:

Das INID-Institut übernimmt keinerlei Verantwortung für die Inhalte einzelner Artikel. Jeder Artikel spiegelt allein die persönliche Meinung seines Autors bzw. seiner Autorin wider. 

 

Unterstützen Sie uns: