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Was ist eine Sünde?
Gott und Sein Gesandter haben den Menschen verboten, zu sündigen und sich ihren Geboten zu verweigern. Muslime sollen sich so weit es geht von Sünden fern halten. Da Herz und Gewissen der Gläubigen ein sehr feines Gespür für die Sünde und den Gehorsam gegenüber Gott haben, sagte der Gesandte Gottes:
Rechtschaffenheit ist gute Moral, und Sünde ist das, was Unbehagen (oder Stiche) in deiner Seele erzeugt und von dem du nicht möchtest, dass andere Leute es erfahren.1
Die schweren Sünden (Al-Kaba’ir)
Als schwere Sünden definieren wir jene Sünden, die zu begehen Gott uns streng verboten hat und bei denen er uns vor schweren Strafen gewarnt hat. Gott möchte, dass wir diese Sünden auf keinen Fall begehen:
Wenn ihr euch von den schwereren unter den euch verbotenen Dingen fern haltet, dann werden Wir eure geringeren Übel von euch hinwegnehmen und euch an einen ehrenvollen Platz führen. (4:31)
Die Gelehrten sind sich nicht ganz einig, welche Sünden als schwere Sünden einzustufen sind. Einige von ihnen sagen, es gebe sieben schwere Sünden, und berufen sich dabei auf folgenden Hadith: Vermeidet die sieben schlimmen Sünden. Diese schlimmen Sünden nennt der Prophet direkt im Anschluss:
Das Beigesellen von Partnern zu Gott; Magie; das Töten von Menschen, die Gott für unantastbar erklärt hat, ohne triftigen Grund; das Verprassen des Besitzes einer Waise; das Erheben von Zinsen; das Weglaufen, wenn das Heer vorrückt; und die Beleidigung tugendhafter Frauen, die zwar gläubig, jedoch unbesonnen sind.
Dieser Hadith limitiert die Zahl der schweren Sünden jedoch nicht. Vielmehr zeigt er Sünden auf, die in die Kategorie der ‚schweren‘ Sünden fallen, ohne aber andere Sünden wie die Verletzung der Rechte der Eltern, Ehebruch und Hurerei, den Konsum von Alkohol, Glücksspiel, Diebstahl und weitere aus dieser Kategorie auszuschließen. Die Gelehrten haben einige Sünden klar benannt und aufgelistet:
Unglaube in Bezug auf eines der Grundprinzipien, auf denen der Glaube aufbaut;
- Heuchelei;
- das Beigesellen von Partnern zu Gott (Schirk);
- die Vernachlässigung einer der Säulen des Islam (d.h., des Glaubensbekenntnisses, der Pflichtgebete, der Zahlung der Sozialabgabe, des Fastens im Ramadan und der Pilgerfahrt;
- die Verletzung der Rechte der Eltern;
- Mord;
- die Ausübung von Magie;
- Ehebruch, Hurerei und Homosexualität;
- Diebstahl und widerrechtliche Aneignung;
- Alkoholkonsum;
- Glücksspiel;
- Zinsnahme;
- die Beleidigung unschuldiger Menschen, insbesondere keuscher Frauen;
- die Flucht vom Schlachtfeld;
- das unrechtmäßige Verprassen des Besitzes einer Waise;
- Lügen;
- üble Nachrede;
- Klatsch und Tratsch;
- das Verspotten anderer Menschen;
- Spionieren und krankhafter Argwohn;
- die Vernachlässigung von Verwandten;
- Ungerechtigkeit;
- Betrug und arglistige Täuschung;
- die Verletzung der Rechte anderer Menschen;
- Stolz und Arroganz;
- Falschaussagen und falsche Eide;
- Unterdrückung;
- das Ausgeben von Vermögen, das man sich auf unrechtmäßige Art und Weise angeeignet hat;
- falsches Abmessen oder Abwiegen;
- Selbstmord;
- das Geben und Nehmen von Bestechungsgeldern;
- Prahlerei;
- das Erlernen islamischer Inhalte zu weltlichen Zwecken;
- Vertrauensmissbrauch;
- das Vorrechnen von Gefallen;
- das Lauschen bei privaten Unterhaltungen;
- Wahrsagerei und der Glaube an Wahrsagerei;
- die Herstellung von Götzenbildern und die Teilnahme an heidnischen Praktiken;
- der Handel mit unerlaubten Dingen;
- eine herablassende Behandlung von Ehepartner, Dienern, Kindern, schwachen Menschen und Tieren;
- die Beleidigung von Nachbarn;
- die Beleidigung und der Missbrauch von Muslimen;
- das Tragen von Seide und Gold (gilt nur für Männer);
- das Opfern eines Tieres im Namen einer anderen Instanz als Gott;
- das Erklären eines Mannes zum Vater, der in Wirklichkeit gar nicht der Vater ist.
Muslime sind dazu angehalten, sich von allen Sünden fern zu halten. Wenn sie jedoch eine Sünde begehen, müssen sie diese sofort bereuen und Gott um Vergebung bitten. Die Gelehrten sagen, dass jede Sünde, so gering sie auch sein mag, solange als schwere Sünde zu betrachten ist, wie sie sorglos und gleichgültig, ohne Reue und ohne Gott um Verzeihung zu bitten begangen wurde. Andererseits sei jede schwere Sünde, so schwer sie auch wiegen mag, keine wirklich schwere Sünde, solange der Betreffende alles unternommen hat, sie zu vermeiden, und sie aufrichtig bereut und Gott um Vergebung bittet.
(Aus dem Buch "Leben im Lichte des Islam“, 2005, S. 253)
1 Tirmidhi, Zuhd, 52
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