Einen Eid zu leisten heißt, bei Gott zu schwören, dass man bestimmte Dinge tut oder unterlässt. Im Islam ist einzig und allein der Eid bei Gott legitim. Wer diesen Eid leistet, muss alles tun, ihn auch zu erfüllen. Niemals sollte leichtfertig geschworen werden.
Wer versehentlich oder unbewusst einen falschen Eid bei Gott leistet, wird dafür nicht verantwortlich gemacht und muss keine Entschädigung zahlen. Wer jedoch bewusst lügt und dann bei Gott schwört oder Gott als Zeugen einer Lüge benennt, macht sich einer schweren Sünde schuldig, die in vielen Fällen dazu geführt hat, dass Unglück über den Lügner hereinbrach. Wer auf diese Weise gesündigt hat, muss einen Akt der Wiedergutmachung leisten, aufrichtig die Vergebung Gottes erbitten und für alle Schäden, die durch die Sünde entstanden sein mögen, aufkommen.
Wer bei Gott schwört, in der Zukunft etwas Bestimmtes nicht mehr zu tun, und sich dann aber doch nicht an sein Versprechen hält, muss Gott um Verzeihung bitten und eine Entschädigungszahlung leisten. Er muss zehn Tage lang einen oder einen Tag lang zehn armen Menschen zu essen geben. Ist er dazu nicht in der Lage, muss er an zehn aufeinander folgenden Tagen fasten.
(Aus dem Buch "Leben im Lichte des Islam“, 2005, S. 121)
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