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Abdullah Aymaz
Die Schönsten Namen Gottes, wie sie im Universum manifestiert sind, werden uns auch in Form eines Buches, des Koran, vorgelegt. Der Koran weist uns den Weg des Denkens. Auf diesem Weg sind die Menschen dazu aufgefordert, die ‚Schönsten Namen Gottes‘ aus den Ereignissen und der Natur zu erkennen und herauszufiltern. Bediuzzaman Said Nursi beschreibt im 25. Wort seines Buches ‚Worte‘, in welcher Form der Koran uns nahe legt, dieser Aufforderung nachzukommen:
1. Mit seiner wunderbaren Ausdruckskraft breitet der weise Koran vor unseren Augen die Handlungen und Werke des Majestätischen Schöpfers aus. Seine Ausführungen beschließt er entweder mit den Namen Gottes, mit den Namen, in denen diese Handlungen und Werke gründen, oder mit dem Beweis für einen der essenziellen Kerngedanken des Koran - die Einheit Gottes beispielsweise oder die Wiederauferstehung. In dem Vers Er ist es, der für euch alles auf der Erde erschuf; alsdann wandte Er sich zu den Himmeln und richtete sie zu sieben Himmeln auf; und Er ist aller (Dinge) kundig. (2:29) werden zum Beispiel - gewissermaßen um ein bestimmtes Resultat oder ein wichtiges Ziel anzuzeigen - die umfassendsten aller Werke, die durch ihren Zweck und ihre Ordnung das Wissen und die Kraft Gottes beschreiben, genannt.
(Inzwischen hat sich herausgestellt, dass alle Dinge, sogar das Gift von Schlangen, dem Menschen dienen können. Auch hinter der Erschaffung der Himmel mitsamt ihrer sieben Sphären verbirgt sich ein universelles Wissen. Manche Wahrheiten lassen sich jedoch erst dann verstehen, wenn entsprechende Fortschritte in Biologie, Chemie, Physik und Astronomie erzielt werden).
2. Der Koran führt der Menschheit die Werke der Kunstfertigkeit Gottes vor Augen. Dabei verzichtet er darauf, die Namen Gottes, auf denen jedes einzelne dieser Kunstwerke basiert, jedes Mal zu nennen. Oft schließt er damit, dass er entweder mehrere Namen Gottes nebeneinander anführt, oder er überlässt die Benennung der Namen dem Verstand des Lesers.
Sprich: „Wer versorgt euch vom Himmel her und aus der Erde? Oder wer ist es, der Gewalt über die Ohren und die Augen hat? Und wer bringt das Lebendige aus dem Toten hervor und wer das Tote aus dem Lebendigen? Und wer sorgt für alle Dinge?“ Sie werden sagen: „Allah“. So sprich: „Wollt ihr Ihn denn nicht fürchten? Das ist Allah, euer wahrer Herr. Was sollte also nach der Wahrheit (übrig)bleiben als der Irrtum? Wie lasst ihr euch abwenden?“ (10:31-32)
Zu Beginn wird gesagt: „Wer ist es, der euch Himmel und Erde bereitgestellt hat, um euch aus diesen zwei Quellen zu speisen? Wer schickt euch Regen von dort und bringt mit dessen Hilfe hier Getreide hervor? Kann jemand anderer als Gott euch Himmel und Erde als zwei Lager für eure Vorräte unterwerfen? Das ist unmöglich, darum gebührt ausschließlich Ihm euer Lob und Dank.“
Im zweiten Abschnitt wird festgestellt: „Wer ist es, der eure eigenen Augen und Ohren besitzt, jene Teile, die die kostbarsten unter euren Körperteilen sind? In welchem Laden, in welcher Fabrik habt ihr sie erstanden? Niemand anderer als euer Herr ist in der Lage, euch die erhabenen Fähigkeiten des Sehens und des Hörens zu verleihen. Er war es auch, der euch erschaffen und ernährt hat. Daher gibt es keinen Gott außer Ihm. Er ist der Einzige, der Anbetung verdient.“
Im dritten Abschnitt tut er uns kund: „Wer ist es, der in jedem Frühjahr die tote Erde zum Leben erweckt und Tausende von Arten, die im vorangegangenen Herbst oder Winter gestorben sind, wieder lebendig macht? Wer, außer der Wahrheit, dem Schöpfer des ganzen Universums, würde das vollbringen können? Nur Er ist dafür verantwortlich; und so wie Er der Erde neues Leben spendet, wird Er auch uns nach unserem Tode wieder auferwecken und vor den Obersten Gerichtshof führen.“
Im vierten Abschnitt wird erklärt: „Wer, wenn nicht Gott, kann dieses weite Universum in vollkommener Ordnung wie einen Palast oder eine Stadt verwalten? Da niemand anderer als Gott dazu fähig ist, ist die Kraft, die das gesamte Universum mit all seinen Sphären so mühelos regiert, so vollkommen und unendlich stark, dass sie keine Partner oder Helfer braucht. Der Eine, der das weite Universum beherrscht, überlässt auch die kleineren Geschöpfe nicht fremden Händen. Daher bleibt uns gar nichts anderes übrig, als Gott – freiwillig oder unfreiwillig – anzuerkennen.“
Im ersten und vierten Abschnitt ist also von Gott die Rede, während der zweite Abschnitt Gott und der dritte die Wahrheit bezeichnet. Diesem Aspekt möge man die Unnachahmlichkeit der Worte Das ist Allah, euer wahrer Herr. entnehmen. Nachdem er uns die kraftvollen Handlungen des Allmächtigen Gottes und die bedeutsamen Werke Seiner Macht präsentiert hat, nennt der Koran die Namen Gottes ‚der Herr‘ und ‚die Wahrheit‘, womit er auf die Quelle dieser Handlungen und Werke verweist.
3. Gelegentlich beschreibt der Koran Handlungen des Allmächtigen Gottes im Detail und fasst seine Angaben abschließend noch einmal zusammen. Zunächst überzeugt er mit seiner detaillierten Beschreibung, später beeindruckt er den Verstand der Leser mit der Zusammenfassung. Ein Beispiel:
Und so wird dein Herr dich erwählen und dich die Deutung der Träume lehren und Seine Huld an dir und an dem Geschlecht Jakob vollenden, so wie Er sie zuvor an zweien deiner Vorväter vollendete, an Abraham und Isaak. Wahrlich, dein Herr ist allwissend, weise. (12:6)
Dieser Vers weist auf die Gunstbeweise hin, die Gott dem Propheten Josef, seinem Vater und seinen Vorvätern zuteil werden ließ, und sagt: „Er hat dich mit der Prophetenschaft unter den Menschen ausgezeichnet. Indem Er die Linie der Propheten mit deiner Linie verknüpft hat, ließ Er deine Abstammungslinie zur meist verehrten und berühmtesten von allen werden. Er hat dein Haus zu einem Ort der Bildung und der Rechtleitung gemacht, in dem das Wissen um Gott und Seine Weisheit gelehrt werden. Durch dieses Wissen und diese Weisheit hat Er in deiner Person glückliche spirituelle Herrschaft und ewiges Glück im Jenseits vereint. Er wird dir, Josef, dieses Wissen und diese Weisheit schenken und dich zu einem würdigen Herrscher in der Welt, zu einem ehrenhaften Propheten und zu einem weisen Führer machen.“ Indem der Vers mit den Worten Wahrlich, dein Herr ist allwissend, weise. schließt, fasst er all diese Gunstbeweise noch einmal zusammen und tut uns kund: „Seine Herrschaft, Seine Weisheit und Sein ewiges Wissen verlangen danach, dass Er Seine Namen ‚der Allwissende‘ und ‚der Weise‘ in dir ebenso manifestiert, wie er dies schon früher in deinem Vater und in deinen Vorvätern getan hat.“ Diese Verse zeigen auf, wie Gott seine Gesetze im Zusammenleben der Menschen und im Universum zur Anwendung bringt.
4. Der Koran beschäftigt sich in einigen Versen speziell mit der Schöpfung und den Geschöpfen Gottes. Indem er zeigt, dass es eine zweckmäßige Ordnung und Balance in ihrer Existenz und in ihrem Leben gibt, scheint er ihnen eine Art Strahlen und Glanz zu verleihen. Man könnte fast meinen, dass die erwähnten Geschöpfe, jedes für sich, einem Wort entsprechen und die Namen die Bedeutungen dieser Worte sind bzw. dass die Geschöpfe, jedes für sich, einer Frucht entsprechen und die Namen deren Samen oder wesentliche Bestandteile sind. Ein Beispiel:
Und wahrlich, Wir erschufen den Menschen aus einer Substanz aus Lehm. Alsdann setzten Wir ihn als Samentropfen an eine sichere Ruhestätte. Dann bildeten Wir den Tropfen zu einem Blutklumpen; dann bildeten Wir den Blutklumpen zu einem Fleischklumpen; dann bildeten Wir aus dem Fleischklumpen Knochen; dann bekleideten Wir die Knochen mit Fleisch; dann entwickelten Wir es zu einer anderen Schöpfung. So sei dann Allah gepriesen, der beste Schöpfer. (23:12-14)
Der Koran spricht von den wunderlichen, außergewöhnlich schönen, wohl geordneten und -proportionierten Stadien der Schöpfung des Menschen in einer Art und Weise, dass die Worte So sei dann Allah gepriesen, der beste Schöpfer. wie in einem Spiegel in ihr zu sehen sind. Wer auch immer diese Worte liest oder hört, wird die gleichen Segenswünsche zwangsläufig selbst aussprechen. Es ist eine Tatsache, dass einer der Schreiber, die der Gesandte Gottes damit beauftragte, die Offenbarungen, die er erhielt, niederzuschreiben, diese Worte sprach, noch bevor der Prophet sie rezitierte. Muhammed fragte sich damals, ob dieser Schreiber ebenfalls eine Offenbarung erhalten hatte. Dabei sind es doch die vollkommene Ordnung, die Kohärenz und die Klarheit der Verse, die diese Worte hervorbrachten, noch bevor sie rezitiert wurden.
5. Der Koran benennt zuweilen bestimmte physische oder materielle Dinge oder Substanzen, die verschiedene Qualitäten aufweisen und Wandel und Zerfall unterworfen sind. Er stellt eine Verbindung zwischen ihnen und bestimmten universellen und permanenten Göttlichen Namen des Lichts her (wobei er sie verwandelt, um sie zu stabilen unveränderlichen Realitäten werden zu lassen) oder gibt eine Zusammenfassung, die zu Reflexion und Weiterbildung anregt. Ein Beispiel:
Und Er brachte Adam alle Namen bei, dann brachte Er diese vor die Engel und sagte: „Nennt mir die Namen dieser Dinge, wenn ihr wahrhaftig seid!“ Sie sprachen: „Gepriesen bist Du. Wir haben kein Wissen außer dem, das Du uns gelehrt hast; wahrlich, Du bist der Allwissende, der Weise.“ (2:31-32)
Diese Verse benennen zuerst die Realität, dass das Wissen, das Adam als Geschenk Gottes verliehen wurde, ihn den Engeln so überlegen machte, dass ihm die Herrschaft über die Erde verliehen wurde. Daraufhin beschreiben sie die Niederlage der Engel gegenüber Adam in puncto Wissen. Der Koran beendet seine Darstellung dieses Ereignisses mit zwei universell gültigen Namen Gottes: Du bist der Allwissende, der Weise. Die Engel erkennen also an: „Da Du der Allwissende, der Weise bist, hast Du Adam das Wissen um die Namen vermittelt und ihn durch das Wissen, das Du ihm gabst, uns überlegen gemacht. Du bist der Weise, darum gib uns das, was unseren Fähigkeiten entspricht. Ihm jedoch gewähre den Vorzug, da er über die entsprechenden Fähigkeiten verfügt.“
6. Gelegentlich breiten Verse mehrere Resultate und Urteile der Herrschaft Gottes vor uns aus und verbinden sie mit einem Band der Einheit oder lassen sie ein universelles Prinzip verkünden. Ein Beispiel:
Allah - kein Gott ist da außer Ihm, dem ewig Lebenden, dem durch Sich Selbst Seienden. Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte, außer mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt; sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie (beide) zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Allmächtige. (2:255)
Dieser Vers (der der Vers des Höchsten Throns genannt wird) beweist nicht nur die Einheit Gottes auf zehn verschiedene Arten der Bekräftigung in zehn verschiedenen Farben in zehn Sätzen bzw. Satzteilen, sondern lehnt es kategorisch ab und missbilligt sehr deutlich, Gott Partner zur Seite zu stellen: Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit Seiner Erlaubnis? Darüber hinaus dürfen die Bedeutungen, die dieser Vers in Bezug auf die Wahrheiten Gottes enthält, keinesfalls vernachlässigt werden, da dieser Vers die Manifestation des wichtigsten Namen Gottes in sich birgt. Hier ist von einer Handlung die Rede, die die ganze Herrschaft Gottes verdeutlicht. Nachdem das allumfassende Stützen und Aufrechterhalten Gottes in ihrem ganzen Umfang - Seiner gleichzeitigen Kontrolle über die Himmel und die Erde - als ein Band der Einheit oder ein Aspekt der Einigkeit gezeigt wurden, werden die Quellen dieser großartigen Manifestationen genannt: Und Er ist der Hohe, der Allmächtige.
7. Gelegentlich präsentiert der Koran die Absichten der Existenz für bestimmte Dinge und die Resultate, die sie zeitigen. Dies geschieht, um darzulegen, dass die für den Menschen sichtbaren Ursachen keine kreative Rolle in dem Prozess spielen, eine mit ihnen in Verbindung stehende Wirkung hervorzubringen. Die ‚leblosen‘ Ursachen, die auch kein Bewusstsein besitzen, sind lediglich sichtbare Schleier. Sehr weise Absichten und wichtige Resultate können nur vom dem Allwissenden Weisen Einen verfolgt und angestrebt werden. Indem uns der Koran Absichten und Resultate nennt, demonstriert er uns, dass in Wirklichkeit eine sehr große Distanz zwischen Ursache und Wirkung besteht, obwohl unaufmerksame Augen davon ausgehen, dass beide eng zusammengehören. Die Ursachen sind so weit von der Hervorbringung der Wirkung entfernt, dass selbst die bedeutendsten Ursachen nicht in der Lage sind, neue Resultate hervorzubringen. In dem großen Abstand zwischen Ursache und Wirkung erscheinen die Namen Gottes wie Sterne, die beide miteinander verbinden. So wie die Linie der Berggipfel den Anschein erweckt, als würde sie den Himmel am Horizont treffen, obwohl zwischen beiden doch ein weiter Raum liegt, in dem die Sterne auf- und wieder untergehen, existiert eine ebenso große Distanz zwischen Ursache und Wirkung. Sie kann jedoch nur durch das Teleskop des Glaubens und durch das Licht des Koran beobachtet werden. Ein Beispiel:
So soll der Mensch doch seine Nahrung betrachten. Siehe, Wir gossen das Wasser in Fülle aus. Alsdann spalteten Wir die Erde in wunderbarer Weise und ließen Korn in ihr wachsen und Reben und Gezweig und Ölbäume und Palmen und dicht bepflanzte Gartengehege und Obst und Futtergras als Versorgung für euch und euer Vieh. (80:24-32)
Zunächst werden in diesen Versen die Wunder der Macht Gottes in einer bewusst gewählten Reihenfolge genannt. Dann wird durch die Worte Versorgung für euch und euer Vieh die Aufmerksamkeit auf das Ziel gerichtet, ohne jedoch die Ursachen zu nennen; außerdem belegen die Worte, dass es einen nach freiem Willen Handelnden gibt, der mit der Serie all dieser Ursachen und Wirkungen Seine Ziele verfolgt. Damit wird gesagt, dass die Ursachen nur ein Schleier sind, der Ihn davor schützt, den Blicken ausgesetzt zu sein. Durch die Worte Versorgung für euch und euer Vieh wird zum Ausdruck gebracht, dass die ‚materiellen‘ oder ‚natürlichen‘ Ursachen keinen schöpferischen Anteil an der Hervorbringung von Resultaten haben: „Das Wasser, das ihr für eure Ernährung und die eures Viehs benötigt, kommt von den Himmeln. Da dieses Wasser nicht über die Fähigkeit verfügt, euch oder euren Tieren barmherzig zu sein, kommt es nicht unaufgefordert zu euch, sondern wird euch geschickt. Sodann bricht die Erde auf, damit die Pflanzenwelt wachsen und euch verköstigen kann. Aber auch die Erde besitzt kein Bewusstsein und keinen Gefühlssinn. Auch sie kann euch nicht barmherzig sein und Lebensunterhalt spenden. Daher bricht auch sie nicht von allein auf. Vielmehr hat ein anderer die ‚Tür‘ zu euch geöffnet und euch euer tägliches Brot gereicht. Weideland oder Bäume sind ebenfalls weit davon entfernt, über eure Verpflegung nachdenken und Getreide oder Früchte aus Mitleid mit euch hervorbringen zu können.“ In Wirklichkeit sind sie, wie die Verse nahe legen, Seile oder Taue, die der Weise und Barmherzige Gott hinter dem Schleier gespannt hat, um Seine Gunstbeweise auf die Lebewesen auszudehnen. In diesen Versen manifestieren sich unterschiedliche Namen wie ‚der Gütige‘, ‚der Barmherzige‘, ‚der Ernährer‘, ‚der Spender von Gunstbeweisen‘ und ‚der Prächtige‘.
An einigen Stellen deutet der weise Koran auf eine bestimmte Absicht hin, die er in universellen Begriffen anhand Seiner Namen bekräftigt und nachweist. Diese Namen Gottes fungieren dann als universell gültige Regeln. Ein Beispiel:
Allah hat doch das Wort jener gehört, die mit dir wegen ihres Mannes stritt und sich vor Allah beklagte. Und Allah hat euer Gespräch gehört. Wahrlich, Allah ist der Hörende und der Sehende. (58:1)
Der Koran sagt: „Der Allmächtige Gott ist der Hörende, denn Er hört wirklich alles. Mit seinem Namen ‚die Wahrheit‘ hört er sogar, wenn sich eine Frau mit dir wegen ihres Ehemanns streitet, was ja eine sehr vertrauliche Angelegenheit ist. Die Frau ist ein sehr sensibles Wesen. Sie steckt voller Fürsorge und Zärtlichkeit, was sogar bis zur Selbstaufopferung gehen kann. Da Er der Barmherzige Allmächtige Gott ist, wird Er für ihre Anliegen ein offenes Ohr haben und ihr, deren Anliegen Ihm sehr wichtig sind, hinreichend Beachtung schenken. Mit seinem Namen ‚die Wahrheit‘ wird er sie sehr ernst nehmen. Indem Er ein universelles Prinzip aus einem einzelnen Ereignis ableitet, muss der Eine, der nicht der Sphäre der Möglichkeiten angehört, nichtsdestotrotz aber einzelne nebensächliche Ereignisse, die sich zwischen den Geschöpfen abspielen, sieht oder hört, zwangsläufig alle Dinge sehen und hören. Jemand, der die Herrschaft über das Universum beansprucht, muss sich der Probleme unbedeutender benachteiligter Geschöpfe im Universum bewusst sein und ihre Schreie hören. Jemand, der sich ihrer Leiden nicht bewusst ist und ihr Jammern nicht hört, kann nicht der Herr sein. Daher begründen die Worte Wahrlich, Allah ist der Hörende und der Sehende. zwei sehr wichtige Wahrheiten. Zum Beispiel:
8. Alles Lob gebührt Allah, dem Schöpfer der Himmel und der Erde, der die Engel, mit je zwei, drei und vier Flügeln, zu Boten gemacht hat. Er fügt der Schöpfung hinzu, was Ihm gefällt; Allah hat wahrlich Macht über alle Dinge. (35:1)
Dieser Vers sagt aus: „Indem der Majestätische Schöpfer die Himmel und die Erde auf diese Art und Weise schmückt und so die Werke Seiner Vollkommenheit vorführt, sorgt Er dafür, dass deren Betrachter Ihn lobpreisen und uneingeschränkt rühmen. Da Er die Himmel und die Erde darüber hinaus auch mit zahllosen Gunstbeweisen dekoriert hat, preisen sie Ihn und verherrlichen ihren so barmherzigen Schöpfer immerzu in der Sprache aller Gunstbeweise und all derer, die diese erhalten.“ Der Vers zeigt auch, dass der Allmächtige Eine den Erdbewohnern – Menschen wie Tieren – die notwendigen Arme und Fertigkeiten und den Vögeln Flügel gegeben hat, damit sie in der Welt herumreisen. Den Engeln, den Bewohnern der Himmel, hat Er ebenfalls Flügel verliehen, mit denen sie durch die himmlischen Paläste der Sterne und durch die erhabenen Länder der Sternbilder reisen können. Daher muss Er zwangsläufig Macht über alle Dinge besitzen. Der Eine, der der Fliege und dem Spatzen Flügel geschenkt hat, damit sie von einer Frucht zur anderen bzw. von einem Baum zum nächsten fliegen, ist Derselbe, der Flügel verleiht, mit denen Engel von der Venus zum Jupiter und vom Jupiter zum Saturn fliegen. Engel sind im Gegensatz zu Menschen nicht darauf beschränkt, sich an nur einem einzigen Ort aufhalten zu müssen. Sie werden nicht auf die Existenz an einem bestimmten Ort festgelegt. Mit den Worten zwei, drei und vier Flügeln ... Er fügt der Schöpfung hinzu, was Ihm gefällt; teilt uns der Koran mit, dass sich Engel auf drei oder vier Sternen gleichzeitig befinden können. Indem uns der Koran also anvertraut, dass Gott die Engel mit Flügeln ausgestattet hat - was eine Besonderheit darstellt -, weist er auf den Ursprung einer ungeheuren Macht hin und begründet sie mit den zusammenfassenden Worten Allah hat wahrlich Macht über alle Dinge.
9. An diversen Stellen geht der Koran auf die aufsässigen Handlungen des Menschen ein und gebietet ihm Einhalt, indem er ihm schwere Strafen androht. Um ihn angesichts der Härte der Strafen nicht zu entmutigen, tröstet ihn der Koran mit bestimmten Namen Gottes, die er den betreffenden Versen hinzufügt. Ein Beispiel:
Sprich: „Gäbe es neben Ihm noch Götter, wie sie sagen, dann müssten diese nach einem Weg trachten, zu dem Herren des Thrones zu gelangen. Lob sei Ihm! Hoch und erhaben ist Er über das, was sie da behaupten! Es preisen Ihn diese Sieben Himmel und die Erde und wer darinnen ist. Es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobpreist. Doch versteht ihr nicht ihre Lobpreisung. Wahrlich, Er ist nachsichtig, verzeihend.“ (17:42-44)
Dieser Vers besagt: „Wenn Gott, wie du behauptest, in Seiner Souveränität Partner hätte, würden sie Ihm mit Sicherheit in Seine absolute Herrschaft über die Schöpfung hinein pfuschen, was wiederum zweifellos zu Unordnung im Universum geführt hätte. Stattdessen jedoch singt jede Kreatur, universell oder individuell, klein oder groß, von den sieben Ebenen der Himmel bis zu den mikroskopischen Organismen, in der Sprache der in ihr manifestierten Inschriften der Namen Gottes das Loblied des Majestätischen Einen, der mit diesen Namen bezeichnet wird. Alle Geschöpfe erklären, dass Er keine Partner hat. So wie die Himmel verkünden, dass Er heilig ist, und mit ihren Licht spendenden Welten der Sonnen und Sterne Seine Einheit bezeugen, lobpreist Ihn auch die Atmosphäre mit der ‚Stimme‘ der Wolken und den Worten des Donners, Blitzes und Regens. Auch sie bekräftigt Seine Einheit. Zusammen mit der Erde, die ihren Majestätischen Schöpfer verherrlicht und mit ihren lebenden Worten der Pflanzen und der belebten Geschöpfe Seine Einheit verkündet, rühmt auch jeder Baum mit Blättern, Blüten und Früchten Ihn und Seine Einigkeit. Trotz ihrer Winzigkeit und Eigentümlichkeit lobpreisen auch die kleinsten Geschöpfe und die eigentümlichsten Wesen den Majestätischen Einen. In den Inschriften, die sie tragen, stellen sie viele Seiner Namen zur Schau und bezeugen Seine Einheit.“
Der Vers betont also, dass der Mensch ein Produkt, ein Resultat und eine köstliche Frucht des Universums ist, die im Namen Gottes mit der Herrschaft über die Erde betraut wurde. Ist der Mensch aber ungläubig und ordnet Gott Partner zu (im Gegensatz zum Universum, dass den Majestätischen Schöpfer mit einer Stimme lobpreist, Seine Einigkeit bezeugt und den Dienst der Anbetung in vollkommenem Gehorsam verrichtet), dann sündigt er und verdient es, bestraft zu werden. Trotz dieser Aufsässigkeit und dieses schlimmen Verbrechens gewährt der Überwältigende Majestätische Eine dem Menschen, einen Aufschub der Strafe, damit er nicht verzweifle. Gott sieht davon ab, die Welt auf seine Schultern zu laden. Daher schließt der Vers mit den Worten Wahrlich, Er ist nachsichtig, verzeihend. und hält uns eine Tür für Reue und die Hoffnung auf Vergebung offen.
(Aus der Zeitschrift Fontäne, Ausgabe 22, 2003)
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