Start Wissenswertes Hadithe Der Muslim ist ein Mensch, vor dessen Zunge und Hand Muslime nichts zu befürchten haben
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Der Prophet Muhammad sagte:

Der Muslim ist ein Mensch, vor dessen Zunge und Hand Muslime nichts zu befürchten haben; was den Auswanderer betrifft, so ist er jemand, der von etwas auswandert, was Gott verbietet.

(Bukhari, Iman, 4)

Dieser Hadith bringt, wie so viele andere Hadithe auch, in einigen wenigen Worten viele Wahrheiten zum Ausdruck. Erstens beschreibt er das Ideal oder die Norm eines Muslims, indem er mit den Worten ‚der Muslim’ und nicht ‚ein Muslim’ beginnt. Auf diese Weise lenkt der Prophet Muhammad die Aufmerksamkeit auf die Qualitäten vollkommener Muslime - nicht auf die Qualitäten jener, die zwar dem Namen nach, nicht aber den Handlungen nach echte Muslime sind.

Das arabische Wort Muslim wird vom Infinitiv silm, was Sicherheit, Frieden und Heil bedeutet, abgeleitet und bezeichnet jemanden, der Sicherheit, Frieden und Heil erstrebt und schenkt. Wenn wir also einen Muslim mit dem normativen bestimmten Artikel als ‚der Muslim’ kennzeichnen, dann meinen wir damit einen Gläubigen, der die Verkörperung des Friedens geworden ist und weder Unruhe stiftet noch Sorgen heraufbeschwört - jemanden, vor dem nicht nur jeder Muslim, sondern jeder Mensch in absoluter Sicherheit ist. Der Muslim ist der verlässlichste Repräsentant von Frieden und Sicherheit in der Welt. Er bemüht sich darum, Frieden, Sicherheit und Heil in die Welt zu bringen, und widmet sich der Verbreitung seines inneren Friedens und Glücks in seiner Umwelt.

Der Prophet Muhammad erwähnt die Zunge hier vor der Hand. Es ist allgemein bekannt, dass die von der Zunge zugefügten ‚Wunden‘ tiefer und verletzender sind als die von der Hand beigebrachten. Außerdem kämpft der Mensch zumeist bereitwilliger, müheloser und häufiger mit der Zunge als mit der Hand. Verleumden, lästern, Vorwürfe machen und weitere ähnliche Dinge, die Menschen verletzen, sind verbreiteter und schwieriger zu verhindern, als die Verwundung von Menschen per Hand. Wenn sich jemand zurückhalten kann, mit der Zunge Verletzungen zuzufügen, dann kann er Handgreiflichkeiten noch viel leichter unterlassen. Auch ist die Verteidigung gegen physische Angriffe in den meisten Fällen leichter als gegen verbale Attacken, vor allem bei übler Nachrede und Verleumdung. Ein wahrer Muslim bemüht sich also stets, sowohl seine Zunge als auch seine Hand davor zu bewahren, andere zu verletzen.

Im selben Hadith wird die Emigration in einem allgemeineren Sinne als die körperliche Auswanderung, also als das Aufgeben der Familie, des Hauses, des Besitzes und des Vaterlandes um der Sache Gottes willen betrachtet. Um dazu in der Lage zu sein, muss man zunächst einmal von der materiellen Dimension des Seins hin zur spirituellen, von den weltlichen Vergnügungen hin zu einem selbstlosen Leben und von selbstsüchtigen Zielen hin zu einem Leben um der Sache Gottes willen emigrieren. Die Beachtung der Verbote Gottes hängt deshalb direkt mit dem Leben als guter Muslim und mit dem Einsatz des eigenen Lebens im Dienst der Menschen um der Sache Gottes willen zusammen.

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