Start Wissenswertes Theologische Schulen Theologische Schulen und Rechtsschulen im Islam
Theologische Schulen und Rechtsschulen im Islam
( 10 Votes )

 

Die Ausarbeitung des Rechtssystems führte zur Herausbildung verschiedener Rechtsschulen. Ihre Entstehung und Entwicklung verdanken diese einer inneren Dynamik aus

  • tiefer Kenntnis der gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der jeweiligen Zeit und Umwelt,
  • der Aufgeschlossenheit gegenüber den sich aus diesen Verhältnissen ergebenden Problemen,
  • der Fähigkeit, wissenschaftliche Grundsätze zu postulieren, die es ermöglichen, aus den Primärquellen Koran und Sunna immer wieder neue Lösungsmöglichkeiten zu erschließen und Antworten auf dringende Fragen der jeweiligen Zeit zu finden.
     

Die heute noch von der Zahl ihrer Anhänger bedeutendsten Rechtsschulen sind:

  • die hanafitische Schule (benannt nach Abu Hanifa, 699-767);
  • die malikitische Schule (nach Malik ibn Anas, 715-795);
  • die schafiitische Schule (nach asch-Schafi’i, 767-820);
  • die hanbalitische Schule (nach Ahmad ibn Hanbal, 780-855).

 
Diejenigen, die zu einer dieser vier anerkannten Rechtsschulen gehören (Hanafiten, Schafi’iten, Hanbaliten, Malikiten), nennt man Sunniten. Die Sunniten, die den Rechtsgelehrten und Hadithwissenschaftlern, welche den Gefährten des Propheten Muhammad und der Nachfolgegeneration der Gefährten nachfolgten, lassen sich zwei theologischen Schulen zuordnen: der Maturidiyya und der Asch’ariyya.


Zu Lebzeiten des Propheten Muhammad war der Koran die einzige Quelle des Islam. Aber auch die Aussprüche und die Lebensweise des Propheten bildeten die Grundlage der Rechtsnormen, die die damaligen Muslime in allen Lebensbereichen benötigten. Nach dem Tod des Propheten waren die rechtschaffenen Kalifen Abu Bakr, Umar, Uthman und Ali sowie die anderen Gefährten des Propheten die führenden Persönlichkeiten der islamischen Gesellschaft. Zur Lösung der Alltagsprobleme erarbeiteten sie bindende Normen für alle Lebensbereiche. Der Islam breitete sich sehr schnell vom Vorderen Orient bis nach Nordafrika aus. Die Menschen, die ihn als neue Religion annahmen, hatten nicht nur Fragen zu Glaubensinhalten, sondern wollten auch erfahren, wie sie sich im täglichen Leben verhalten sollten. Im Laufe der Zeit bildeten sich so einige Schulen heraus, die sich hauptsächlich mit Glaubensfragen beschäftigten, und andere - Rechtsschulen - die sich mit dem Bereich des praktischen Handelns befassten. Die beiden führenden theologischen islamischen Schulen und ihre Gründer sollen hier ebenso dargestellt werden wie die vier sunnitischen Rechtsschulen. Im Anschluss werden einige Worte zu den von den sunnitischen Rechtsschulen abweichenden Schulen folgen.

 

Joomla "wookie mp3 player 1.0 plugin" by Sebastian Unterberg
 
 

INID-Autoren

Gastautoren








 

Rechtlicher Hinweis:

Das INID-Institut übernimmt keinerlei Verantwortung für die Inhalte einzelner Artikel. Jeder Artikel spiegelt allein die persönliche Meinung seines Autors bzw. seiner Autorin wider. 

 

Unterstützen Sie uns: