|
Der Muslim ist an ein rituell genau vorgeschriebenes, täglich fünfmal zu verrichtendes Pflichtgebet gebunden. Das Gebet hat dem Propheten Muhammad zufolge für den Menschen den gleichen Wert wie für ihn selbst seine Nachtreise, die ihn in die unmittelbare Gegenwart Gottes führte. (Diese Nachtreise des Propheten hat in der Nacht zum 27. Tag des Mondmonats Radschab stattgefunden. Der Prophet reiste damals innerhalb einer Nacht von Mekka nach Jerusalem und von dort in den Himmel, wo er Gott schauen durfte. Dies ist die höchste Ehre, die einem Menschen zu Teil werden kann.)
Jedes einzelne Gebet steht für die Verehrung und die Lobpreisung Gottes und für die Dankbarkeit, die man Ihm gegenüber empfindet. Gott ist erstens dadurch zu verherrlichen, dass der Ausdruck subhân-allâh (Allah sei gepriesen!) im Bewusstsein der Erhabenheit Gottes durch Worte und Handlungen artikuliert wird. Zweitens soll Gott dadurch gepriesen und gerühmt werden, dass der Ausdruck allâhu akbar (Allah ist der Größte!) durch Worte und Handlungen im Bewusstsein Seiner Vollkommenheit ausgesprochen wird. Und drittens wird Gott durch den Gebrauch des Ausdrucks al-hamdu li-llâh (Aller Lobpreis gebührt Allah!) im Bewusstsein Seiner Gnade mit Herz, Zunge und dem ganzen Körper Dank entgegengebracht. Verehrung, Lobpreis und Danksagung bilden also das Herz des Gebets. Aus diesem Grund kommen diese drei arabischen Ausdrücke oder Formeln in allen Teilen des Gebets wie auch in allen zum Gebet gehörenden Bewegungen und Worten vor.
Darüber hinaus werden diese drei heiligen Aussprüche oder Formeln nach jedem Gebet jeweils 33-mal wiederholt, um die Ziele des Gebets zu bestätigen und zu vervollständigen; die Bedeutung des Gebets wird also durch sie gut zum Ausdruck gebracht. Warum genau 33-mal? Diese Zahl soll für Gott einen besonderen Stellenwert haben. 3x33=99, entspricht auch der Anzahl der Schönen Namen Gottes. Die Rezitation der drei heiligen Aussprüche oder Formeln geht auf den Propheten Muhammad zurück. Sie ist eine Empfehlung, aber keine Pflicht.
Das Gebet in der Gemeinschaft ist besser als das Gebet des Einzelnen, und zwar siebenundzwanzigmal (besser).
(Bukhari, Muslim)
Für die Verrichtung des Pflichtgebets sind insgesamt sechs Punkte von Bedeutung:
-
die Beachtung der Gebetszeiten,
-
die Beseitigung der rituellen Unreinheit,
-
die Beseitigung von rituell unreinen Substanzen an Körper, Gebetsplatz, Kleidung usw.,
-
die Bedeckung der intimen Körperstellen,
-
die Beachtung der Gebetsrichtung und
-
die Absicht zu beten
|