|
Gott würde von uns Menschen nichts verlangen, was uns schaden würde. Daher beeinträchtigt das Fasten auch mit Sicherheit nicht unsere Gesundheit. Allerdings wissen die Ärzte bis heute nicht, worin genau das Geheimnis des Fastens begründet ist und warum es in allen Epochen so viel Aufmerksamkeit gefunden hat.
In der Medizin griff man zu unterschiedlichen Zwecken auf das Fasten zurück, z.B. zur Gewichtsreduktion, zur Entlastung des Verdauungsapparats oder zur Senkung des Lipidspiegels (Lipide sind Fette und fettähnliche Stoffe mit nichteinheitlicher organisch-chemischer Struktur). Die moderne Medizin hat erkannt, dass sich die Adrenalin- und Kortisonhormone im Körper fastender Menschen besser mit dem Blut vermischen als normalerweise. Diese Hormone haben auch eine positive Wirkung auf Krebszellen. Sie bilden einen Schutzschild gegen den Krebs, indem sie das Wachstum der Krebszellen behindern.
Während der Körper fastet, durchläuft er eine Regenerationsphase. Die Fettschicht, die die inneren Organe bedeckt, wird verbrannt, neue Energie wird erzeugt, und der Körper schöpft neue Widerstandskräfte gegen Krankheiten, die Organe wie den Magen, die Nieren, Herz und Leber angreifen könnten. Außerdem hat das Fasten einen positiven Effekt auf Diabetes.
Die Leber, die verschiedene Aufgaben übernimmt, spielt auch bei der Verdauung eine wichtige Rolle. Während des Fastens ruht sie sich drei bis fünf Stunden lang aus und nimmt keine Nährstoffe auf. In der Folgezeit kann sie mehr Globulin produzieren, das wiederum das Abwehrsystem des Körpers stärkt. Auch die Muskeln und die sekretbildenden Zellen im Magen werden durch das Fasten in die Lage versetzt, einige Stunden am Tag zu ruhen. Weil während des Fastens das Blutvolumen abnimmt, sinkt der Blutdruck, und das Herz kann sich entspannen. Daher kommt das Fasten auch Menschen mit hohem Blutdruck zu Gute.
Nahrung, die nicht vollständig vom Körper verbraucht wird, lagert sich in den Blutgefäßen ab. Sie blockiert die Adern und verursacht Arterienverkalkung. Das Fasten sorgt dafür, dass es keine Nahrungsrückstände gibt, dass alle Nährstoffe aufgenommen werden. Wer unter Arterienverkalkung leidet, sollte also nicht nur im Ramadan, sondern gelegentlich auch in anderen Monaten fasten.
Auch anderen Organen gönnt das Fasten eine Pause. Fastende Menschen schützen ihren Körper ebenso vor Krankheiten wie jene, die die Zakat entrichten, ihre Besitztümer vor Gefahren schützen.
Für alles ist Zakat (Sozialabgabe) zu entrichten, und die Zakat für den Körper ist das Fasten.1
Die meisten Krankheiten sind darauf zurückzuführen, dass der Mensch zu viel isst und trinkt. Wer zu viel isst, kann seinen Mitmenschen nur schwerlich Mitgefühl entgegenbringen. Er hört nur auf sein Ego und lässt sich eher als andere dazu verleiten, Dummheiten zu begehen. Alle Wege und Mittel, die der Sünde Vorschub leisten, sollten von vornherein blockiert werden. Der Hunger gebietet dem Satan Einhalt. Der Satan fließt wie Blut durch den Körper und kann mit Hilfe des Fastens gestoppt werden. Auch Jugendlichen, die sich sehr zur Sünde hingezogen fühlen, kann das Fasten dienlich sein; denn es schwächt die sexuellen Begierden ab.
(Aus dem Buch „Fasten im Islam“, 2005)
1 Ibn Madscha, Siyam, 44
|