Start Wissenswertes Die fünf Säulen des Islams Wie profitiert unser Körper vom Fasten?
Wie profitiert unser Körper vom Fasten?
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Der Mensch besteht aus Körper und Seele. Ebenso wenig wie der Körper eine Bedeutung ohne die Seele hat, hat die Seele hier im Diesseits eine Bedeutung ohne den Körper. Mit seiner Nahrungsaufnahme, seinem Handeln und seinen religiösen Praktiken beeinflusst der Mensch sowohl seinen Körper als auch seine Seele. Jeder Bissen, den wir schlucken, landet im Magen, wirkt aber gleichzeitig auch auf die Seele ein. Auch jede Bewegung wirkt auf Körper und Seele gleichermaßen ein. Eine wichtige Rolle für das Leben des Menschen spielen zweifellos die Enthaltsamkeit und die Beherrschung von Körper und Seele, die durch das Fasten ermöglicht und gefördert werden. Das Fasten stärkt die Tugenden des Menschen. Jemand, der ständig an seinen Magen denkt, wird kaum eine klare Seele oder ein reines Herz haben; und er wird für die Gaben Gottes nicht dankbar sein. Das Fasten erinnert uns daran, dass das nicht sein darf.

A) Das Fasten gönnt dem Körper eine Pause

Mediziner sind der Auffassung, dass der Mensch seinem Verdauungsapparat gelegentlich eine Pause gönnen sollte, da dieser ja von Geburt an ständig im Einsatz ist. Eine Pause kommt ihm auf jeden Fall zu Gute. Der Magen ähnelt einer Maschine, die mit mehreren Systemen in Verbindung steht und diese unterstützt und versorgt. Auch unsere Gefühle sind mit unserem Magen verbunden. Wenn wir diesem daher nicht zumindest einmal im Jahr eine Pause gönnen, verliert er seine Kraft und lenkt unsere Aufmerksamkeit zu sehr auf die Befriedigung der körperlichen Bedürfnisse. Dann besteht die Gefahr, dass uns der Blick auf wirklich wichtige Pflichten verloren geht.

Die Gefühle und Empfindungen fastender Menschen gehen weit über die Grenzen des Magens hinaus. Sie beginnen, in Harmonie mit dem Willen Gottes zu funktionieren, denn sie werden gereinigt und geläutert. Wie frisch gewartete Maschinen in einer Fabrik stellen sich diese Emotionen fortan in den Dienst am wahren Sinn der Schöpfung.

Der Monat Ramadan lässt unsere Blicke in die Richtung unserer immateriellen Bedürfnisse schweifen. In diesem Monat empfangen die Gläubigen abhängig von ihrem jeweiligen spirituellen Niveau unterschiedliche metaphysische Gaben. Unser Magen mag protestieren, umso mehr freuen sich jedoch Seele, Verstand und Gefühle, die in diesem Monat aufblühen.1

Maschinen müssen regelmäßig gewartet werden. Schüler brauchen nach dem Unterricht eine Ruhephase. Arbeiter, die von morgens bis abends geschuftet haben, müssen am Abend entspannen. Ohne diese Verschnaufpausen wären sie nicht in der Lage, permanent Leistung zu bringen und das Tempo hochzuhalten. Unser Körper ist eine Fabrik, und unsere Organe sind deren Maschinen. Das Fasten erlaubt den Maschinen, sich auszuruhen, zu regenerieren und neue Kraft zu schöpfen. Mit dem Fasten werden überschüssige Fette ausgeschieden, der Körper wirft Ballast ab. Unzählige Menschen leiden heute an Übergewicht; dabei ist medizinisch völlig unstrittig, dass Übergewicht den Blutkreislauf negativ beeinflusst und das Gehirn langsamer arbeiten lässt. Ganz nebenbei löst das Fasten auch dieses Problem.

B) Das Fasten schützt vor Krankheiten

Über die Vorzüge des Fastens sind schon viele Dinge gesagt und viele Artikel und Bücher verfasst worden. Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit den medizinischen und spirituellen Vorzügen des Fastens.

In einem Buch zum Thema Stärkung der Willenskraft empfiehlt der deutsche Professor Cehardet jedem zu fasten und kommt zu dem Ergebnis, dass das Fasten eine sehr effektive Methode ist, die Seele von der Dominanz durch körperliche Gelüste und weltliche Dinge zu befreien.2

Dr. Rowy, ein anderer Arzt, unterstreicht: „Das Fasten stärkt die Abwehrkräfte des Körpers. Moderne medizinische Institutionen schätzen das Fasten sowohl als Heilmittel als auch als Vorsorgemaßnahme.“3 Die gleiche Überzeugung vertreten auch das Dresdner Krankenhaus unter der Leitung von Dr. Henri Lehman und Kliniken unter der Leitung von Dr. Berscherbenr und Dr. Moliere, die Kranke durch Fasten therapieren.4

Von Muhammed b. el-Yeman stammt folgende Beobachtung:

„Ich habe sechs Gruppen von Leuten jeweils eine Frage gestellt, und alle haben auf die Frage die gleiche Antwort gegeben. Die Ärzte habe ich nach der effektivsten Arznei gefragt. Sie antworteten: ‚Hunger und wenig essen.‘ Die Philosophen habe ich nach dem besten Weg zur Weisheit gefragt. Sie antworteten: ‚Hunger und wenig essen.‘ Die Betenden habe ich nach dem ertragreichsten Gebet gefragt. Sie antworteten: ‚Hunger und wenig essen.‘ Die Gelehrten habe ich nach der effektivsten Memoriermethode gefragt. Sie antworteten: ‚Hunger und wenig essen.‘ Die Sultane habe ich nach dem besten Essen gefragt. Sie antworteten: ‚Hunger und wenig essen.‘ Die Liebenden habe ich nach dem aussichtsreichsten Mittel beim Geliebten zu landen gefragt. Sie antworteten: ‚Hunger und wenig essen.‘“

 


1 Said Nursi, Briefe, 29. Brief

2 Abdulfettah Tabbara, Ilmin Isiginda Islamiyet, Istanbul 1977, S. 274

3 Kirca, Celal, Kur’an-i Kerim’de Fen Bilimleri, Istanbul 1984, S. 141

4 Abdurrezzak, Nevfel, Islam ve Modern Ilim, Istanbul 1870, S. 209

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