Start Themenbereiche Wissenschaft und Forschung Nichts prägt das Ausländerbild von Kindern und Jugendlichen so entscheidend wie das Fernsehen
Nichts prägt das Ausländerbild von Kindern und Jugendlichen so entscheidend wie das Fernsehen
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Fernsehsendungen am Nachmittag wie z.B. Talkshows, Gerichtssendungen, Boulevardmagazine oder Doku-Soaps drücken dem Ausländerbild deutscher Kinder zwischen 9 und 14 Jahren ihren Stempel auf. Darstellungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind in diesen Sendungen meist stereotyp. Der typische Ausländer ist männlich, türkisch und Macho.

Während jüngere Kinder (bis ca. 10 Jahre) für die Stereotypen, die das Fernsehen ihnen bietet, noch weniger empfänglich sind, setzen sich die zum Großteil sehr einseitigen Darstellungen bei den ab 12-jährigen nachhaltig fest. Zu diesem Ergebnis gelangten Forscher der Universität Leipzig in ihrer Studie ‚Was guckst du, was denkst du?‘.

Im Rahmen dieser Studie wurden 30 verschiedene Sendungen des Nachmittags- und Vorabendprogramms analysiert. Es zeigte sich, dass es beim Thema Menschen mit Migrationshintergrund vornehmlich um Männer geht. Meist ordneten die analysierten Sendungen die Männer (aber auch die Frauen, sofern sie denn vorkommen) bestimmten Typen zu. Am häufigsten traten der ‚südländische Macho‘ und der ‚kriminelle Ausländer‘ auf. Hintergründe zu Herkunft und Situation von Einwanderern und Einwanderinnen suchte man hingegen vergeblich.

Bei den älteren Kindern blieb vor allem haften, dass die türkischen Männer, die in den Fernsehsendungen auftreten, besonders arrogant und aggressiv sind und ein überkommenes Frauenbild haben. Am negativsten macht sich dies in den Talk- und den Gerichtsshows bemerkbar.

Die Frage ist nur, warum diese Sendungen überhaupt so stereotype Bilder verbreiten. Daran, dass es ihre Kundschaft so will, kann es jedenfalls nicht liegen. Denn die Mehrzahl der Fernsehzuschauer um diese Zeit sind Kinder. Und die zeigen sich mit dieser Darstellung durchaus nicht einverstanden: Nach ihren Wünschen und ihrer Kritik befragt, verlangten sie sich nämlich mehrheitlich mehr Informationen und Hintergründe zum Alltag von Migrantinnen und Migranten.

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